"Lost places" im Naturparadies: der unvollendete Maas-Mosel-Kanal

Steckbrief JWW-23

Typ
Rundwanderung
Länge
12,2 km
Gehzeit
4 Std.
An- / Abstieg
↑ 101 m · ↓ 98 m
Schwierigkeit
mittel
Länder
Belgien, Luxemburg
Start
Parkplatz an der Kirche von Buret (Houffalize; B)
Ziel
Parkplatz an der Kirche von Buret (Houffalize; B)
Profil
Schwierigkeitsgrad: mittel
tiefster Punkt: 444 m (Bernistap)
höchster Punkt: 509 m (Grenzkegel 263)
Aktionen
Naturpark Canal de BernistapBlick in den Tunneleingang des KanalsInfo-Tafel „Tunneleingang“Info-Tafel zum geplanten Betrieb
Übersichtskarte des Weges
Höhenprofil
Ganz entspannt immer am Wasser entlang

Ein Nostalgietrip der besonderen Art sind die fast dreizehn Kilometer, die dich in eine luxemburgisch-belgische Wasserwelt entführen. Der Maas-Mosel-Kanal wurde Anfang des 19. Jahrhunderts als riesiges Verkehrsprojekt geplant. Bald jedoch scheiterte es. Geblieben ist ein uriges Teilstück in der Nähe von Buret und Houffalize, aus dem ein naturgeschütztes Paradies für tierische und menschliche Outdoorfans wurde. Hier geht es entspannt zu, aber du findest auch jede Menge Möglichkeiten für Action.

Was brauchst du für den Maas-Mosel-Kanal-Weg?

Da die Route ohne steile Passagen auskommt, brauchst du keine Kletterkünste oder besondere Trittsicherheit. Nur ein paar Böschungen musst du überwinden, dafür reichen bequeme Schuhe aus. Wetterfeste Kleidung ist gut, denn gerade im Herbst oder Frühling zeigt sich die sanfte Landschaft nicht nur von der Schokoladenseite. Es lohnt sich jedoch, Kreditkarte und Kleingeld mitzunehmen, denn entlang der Strecke gibt es einiges, was Cash kostet: Tretboot mieten, Minigolf spielen, ins Schwimmbad gehen, sich in der Sommerrodelbahn den Fahrtwind um die Nase wehen lassen, in den Tierpark gehen und mehr. Also nimm dir vor allem genug Zeit für actionreiche Abstecher.

Was erlebst du auf dem Maas-Mosel-Kanal-Weg?

Die Route selbst ist absolut entschleunigt und mit der ganzen Familie machbar. Grüne Wiesen, stille Wasserflächen und Feuchtgebiete versetzen dich in eine Art Märchenland. Aber überall siehst du auch die Überbleibsel der früheren Plackerei, mitten in diese liebliche Landschaft eine waschechte, schifffahrtstaugliche Wasserstraße hineinzubauen. Schächte und Tunnel, Schleusen und Bahndämme, Böschungen und Kanalarbeiterhäuser, Grenzmarkierungen und Stege erzählen von einer Vergangenheit, in der es hier laut und mühevoll zuging. Du kannst dich freuen, dass aus der Bauwut des niederländischen Königs Wilhelm I., der den Kanal in Auftrag gab, nichts wurde. Die einheimischen Belgier spielten nicht länger mit, zettelten eine Revolution an und wurden unabhängig. Die spannende Geschichte des Kanals und seines Scheiterns erfährst du auf Infotafeln entlang der Wanderstrecke. Auf Adrenalin und Action musst du ebenfalls nicht verzichten, wenn du hier unterwegs bist. Geocache-Stationen, Bikepark, Badestellen, Kletterpfad, Skatepark, Höhlen und Wasserfälle gibt es in der Umgebung. Du darfst also gern auf „Abwege“ geraten, wenn du den Kanal kennen lernst, und neugierig auf alles sein, was es sonst noch gibt.

Wo gibt’s die beste Fotosession?

Du brauchst auf der Strecke einen guten Blick für die Details und Fantasie. Dann allerdings kriegst du Fotos mit schaurig-schönem Gruselfaktor. Wie wäre es, dich vor einen dieser geheimnisvollen Schächte zu positionieren, die in die Tiefe führen? Oder vor einem sumpfigen, von abgestorbenen Ästen überwucherten Wasserloch? Dann wird aus der beschaulichen Kanal-Idylle der Amazonas-Urwald oder die Ruinen einer untergegangenen, noch unerforschten Kultur. So ganz falsch liegst du damit auch gar nicht. Der Kanal hat den Charme eines echten „lost place“.

Karte & Downloads