EU-Projekt

Die Europäische Vereinigung für Eifel und Ardennen (kurz: EVEA) führte im Zeitraum von 2021 bis 2023 das Projekt „Grenzüberschreitende Jugendwanderwege im Eifel-Ardennen-Raum" durch und wies dabei 25 Wanderwege in Belgien, Deutschland, Frankreich und Luxemburg aus, die besonders für Jugendliche attraktiv sind. Gefördert wurde das Projekt von der Europäischen Union im Rahmen des Programms „Erasmus+".

Zielsetzung des Projektes

Dem Projekt liegt das Ziel zugrunde, Jugendliche in die Planung, digitale Bearbeitung und das Sichtbarmachen von grenzüberschreitenden Wanderwegen im Eifel-Ardennen-Raum einzubinden. Damit werden sie an die nationalen Vereinsstrukturen herangeführt, und durch das selbstständige Mitwirken wird ihnen zugleich Spaß und Spannung an gemeinnütziger Projektarbeit vermittelt. Dies ist ein erfolgversprechender Weg, junge Menschen für die ehrenamtliche Arbeit zu gewinnen, indem man ihnen ein Mitspracherecht in der Vereinsarbeit einräumt und Verantwortung überträgt.

Gleichzeitig sollen durch die enge und konstruktive Zusammenarbeit der vier beteiligten Länder und dem damit verbundenen besseren Kennenlernen der Partnerstrukturen neue Ideen entstehen, die Jugendarbeit im Eifel-Ardennen-Raum zu fördern. So ist z.B. in Zusammenarbeit mit der Deutschen Wanderjugend geplant, Seminare für die Ausbildung zum internationalen Jugendwanderführer und zum Juniorwegewart (weiter) zu entwickeln und anzubieten.

Partner des Projektes

Die Planung, Durchführung und nachhaltige Betreuung des Projektes liegt im Verantwortungsbereich des internationalen Präsidiums der EVEA. Die Vereinigung setzt sich aus den nachfolgenden Mitgliedsorganisationen zusammen, die im Projekt als interne Partner bezeichnet wurden:

  • Eifelverein e.V. (Deutschland)
  • Groupement Europeen des Ardennes et de l'Eifel, asbl (Luxemburg)
  • Ardennes-Eifel Belgique, asbl (Belgien)
  • Route Europeenne des Légendes (Frankreich)
  • Verein zur Förderung der interregionalen Jugendarbeit in Eifel und Ardennen, e.V. (Deutschland)

Die Mitglieder und Vertreter des internationalen EVEA-Präsidiums waren vornehmlich für die administrative Umsetzung des Projektes verantwortlich und entwickelten die Vorschläge zur Ausweisung der Jugendwanderwege in ihren Vereinsgebieten. Darüber hinaus wurden externe Experten bzw. externe Partnerorganisationen hinzugezogen, die aufgrund ihrer spezifischen Fachkenntnis und dem direkten Kontakt zu den Jugendlichen wertvolle Hilfe zur professionellen Ausgestaltung der Projektinhalte beisteuerten.

Vorbereitung des Projektes

Entscheidend und maßgeblich für den Erfolg des Projektes war es, dass alle Entscheidungen gemeinsam mit den Projektpartnern abgestimmt und möglichst die länderspezifischen Besonderheiten berücksichtigt wurden. So erstellten die internen Partner gemeinsam einen Arbeits-, Zeit- und Finanzierungsplan. Hierfür wurden im Vorfeld die einzelnen Arbeitsschritte und die benötigten Zeitrahmen festgelegt. Weiterhin erfolgte eine gemeinsame Kostenkalkulation mit entsprechender Antragstellung für eine finanzielle Förderung durch die EU. Anschließend fand eine Bestandsanalyse an Jugendwanderwegen in den einzelnen Ländern sowie eine gemeinsame Abstimmung statt, welche Merkmale ein grenzüberschreitender Jugendwanderweg aufweisen sollen. Hierfür orientierte man sich an dem bereits bestehenden Kriterienkatalog für Jugendwanderwege der Deutschen Wanderjugend Bund.

Ebenfalls in einer gemeinsamen Entscheidung legten die Projektpartner fest, dass es aufgrund der länderspezifischen Corona-Schutzbestimmungen in den Jahren 2020 und 2021/22 ratsam sei, erst nach Aufhebung derselben die nationalen Netzwerke der Jugendarbeit in dem Maße für die Einrichtung der Jugendwanderwege zu nutzen, wie es den Zielvorgaben entspricht. Deshalb sind zur Überbrückung entsprechende Arbeitsmaterialien zusammengestellt worden, die unter anderem allen externen Partnerorganisationen wie Jugendherbergen, Schulen, Jugendämtern etc. zur Verfügung gestellt werden können.

Die Vorarbeiten fanden anfangs noch in Form von Präsenzsitzungen statt, später ob den Corona-Schutzbestimmungen weitgehend digital bzw. online per Videokonferenzen. Hierfür wurden die technischen Voraussetzungen geschaffen und die Teilnehmer bzw. Partner in der Bedienung der betreffenden Software geschult.

Im Vorfeld delegierten die internen Partner bzw. die Mitgliedsorganisationen der EVEA ihre Vertreter in die grenzüberschreitende Arbeitsgruppe. Dabei wurde die belgische Sektion von Bruno Echterbille (Präsident), die deutsche Sektion von Rolf Seel (Präsident) und Manfred Rippinger (Geschäftsführer), die französische Sektion von Noel Orsat (Präsident), die luxemburgische Sektion von Paul Kremer (Präsident) und der Förderverein „Interregionale Jugendarbeit in Eifel und Ardennen" von Franz Bittner (Vorsitzender) vertreten. Für die federführende Organisation „Europäische Vereinigung für Eifel und Ardennen" wirkten Franz Bittner (Präsident), Ralf Ollinger und Denis Barboni mit.

Sie wählten aus ihren Reihen externe Experten aus, die gemeinsam mit ihnen in der internationalen Arbeitsgruppe „Jugendwanderwege" tätig wurden.

So ist auf französischer Seite für die Erstellung der Kartenskizzen kurzzeitig eine junge Honorarkraft eingestellt worden; für die Ausarbeitung von Wegen auf luxemburgischer Seite konnten Experten aus dem Jugendsektor gewonnen werden, so Ralph Heuschen und für Luxxemburg Denis Barboni. Auf deutscher Seite waren für die Auswahl und Aufbereitung der Wege Brigitte Palm (ehemalige Hauptjugendwartin des Eifelvereins), Helga Giesen (ehemalige Jugendwartin der Ortsgruppe Roetgen des Eifelvereins) sowie Dr. Karl-Heinz Fellmann (Hauptwegewart Südeifel des Eifelvereins) zuständig.

Einen allgemeinen Einblick in die Konzeption und Herausforderungen von Wanderungen mit Jugendlichen und deren Auswirkungen auf das Sozialverhalten der Teilnehmer gab Jochen Frank, Lehrer an der Privatschule Conventz in Roetgen und Leiter einer Trekking AG, die seit 2010 besteht. Seine umfangreichen Erfahrungen lieferten wertvolle Hilfe bei der Ausgestaltung der Jugendwanderwege.

Darüber hinaus wirkten auf deutscher Seite mit bei der Erstellung der Kriterien für die Jugendwanderwege Torsten Flader (Geschäftsführer Deutsche Wanderjugend Bund) sowie Wolfgang Müller (Hauptwegewart Nordeifel des Eifelvereins). Als weitere externe Experten bei der Konzeption bzw. Durchführung des ersten Jugendwanderführer-Lehrgangs zur Initiierung von länderübergreifenden Treffen entlang der Jugendwanderwege nahmen an Sitzungen der Arbeitsgruppe teil der Hauptjugendwart des Eifelvereins Bernd Hupp sowie mehrere Vertreterinnen der Deutschen Wanderjugend NRW.

Zur Erstellung der einzelnen Übersichtskarten für die 25 Jugendwanderwege konnte der Belgier Klaus-Dieter Klauser gewonnen werden, der mit viel Akribie und Sachverstand die Karten digital erarbeitete.

Kommunikationswege des Projektes

Zwischen den internen und externen Partnern fand ein intensiver Austausch statt.

Neben den 15 Sitzungen der länderübergreifenden Arbeitsgruppe gab es vielfältige Abstimmungen, teils auch auf bi- und multilateraler Ebene, per E-Mail, Telefon und in Form von persönlichen Treffen. Darüber hinaus sind die jeweiligen Zwischenergebnisse auf den internationalen Kongressen der EVEA in Monschau-Konzen (2022) und Sedan (2023) sowie im Rahmen von verschiedenen Jugend-Fachtagungen vorgestellt und diskutiert worden.

In den nationalen Partnerorganisationen ist über die Projektentwicklung und die Zwischenergebnisse in den Sitzungen der jeweiligen Vereinsvorstände berichtet und diskutiert worden, stets auch in Kontakt mit den jeweiligen Jugendstrukturen. Die daraus sich ergebende Erkenntnisse und Empfehlungen sind als Diskussionsbeiträge in die internationale Arbeitsgruppe eingeflossen, die schließlich alle Ergebnisse dem internationalen Präsidium der EVEA vorstellte. Dieses hat dann im Jahre 2023 final die Projektergebnisse verabschiedet und dafür gesorgt, dass alle Resultate und Unterlagen der Öffentlichkeit und den betreffenden Jugendorganisationen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

Ergebnisse des Projektes

Zunächst sind gemeinsam Kriterien für die auszuwählende Routen in den vier Ländern aufgestellt worden, die sowohl in Form eines Flyers veröffentlicht wurden als auch als Basis dienten für die Erarbeitung eines Wege-Erfassungsformulars und die Erstellung von PowerPoint-Präsentationen für einzelne Jugendwanderwege.

Danach erfolgte anhand der Wegekriterien eine Begehung geeigneter Wegstrecken in den vier Ländern, die zugleich beispielhaft beschrieben wurden. Im Ergebnis sind 25 grenzüberschreitende Jugendwanderwege, teils als Rundwege, teils als Streckenwege, festgelegt und detailliert ausgearbeitet worden. Alle Touren sind als Tagestouren ausgelegt.

Die ausführlichen Wegebeschreibungen werden ergänzt durch jeweils eine Zusammenfassung in jugendgerechter Sprache und eine Übersichtskarte.

Alle Dokumente sind frei zugänglich über die eigens eingerichtete Homepage https://jww.ardennes-eifel.org

Weiteres Vorgehen

An den Start- und Zielpunkten sollen Markierungszeichen mit einem eigenen Logo der internationalen Jugendwanderwege angebracht werden. Hierfür sind noch die logistischen Rahmenbedingungen zu schaffen und die landespezifischen Genehmigungsverfahren einzuleiten.

Zur weiteren Verbreitung der Projektergebnisse sollen insbesondere die externen Partnerorganisationen als Multiplikatoren (Jugendorganisationen, DWJ-Gruppen, Schulen, Jugendherbergen, Tourist-Informationen etc.) gewonnen werden, welche einerseits die internationalen Jugendwanderwege mit in ihre Angebotspalette aufnehmen und andererseits ein stärkeres Einbinden der Jugendlichen in das EVEA-Projekt ermöglichen. So ist und bleibt es das Ziel Jugendliche zu motivieren, den einen oder anderen vorgeschlagenen Weg abzuwandern und selbst neue grenzüberschreitende Jugendwanderwege auszuweisen.

Darüber hinaus werden gemeinsam die Anstrengungen verstärkt, auf Basis der vorliegenden Ergebnisse weitere innovative Angebote für Jugendliche im ländlichen Raum der Länder Belgien, Deutschland, Frankreich und Luxemburg zu kreieren. So strebt die EVEA mit der DWJ Bund an, internationale Jugendwanderführer und Juniorwegewarte auszubilden, die sich um den Bestand und die Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Jugendwanderwege kümmern sollen.