"Adrenalin für die Freiheit", der Fluchthelferweg bei Troisvierges

Steckbrief JWW-16

Typ
Rundwanderung
Länge
12,4 km
Gehzeit
4 Std.
An- / Abstieg
↑ 129 m · ↓ 118 m
Schwierigkeit
leicht
Länder
Belgien, Luxemburg
Start
Bahnhof von Troisvierges
Ziel
Bahnhof von Troisvierges
Profil
Schwierigkeitsgrad: leicht
höchster Punkt: 520 m
tiefster Punkt: 430 m
Aktionen
Bahnhof TroisviergesKapelle in Biwisch
Übersichtskarte des Weges
Höhenprofil
Fluchthelferweg - Sentier des passeurs

Der Fluchthelferweg zwischen Luxemburg und Belgien heißt so, weil Flucht vor Diktaturen nicht nur ein aktuelles Thema ist. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges flohen Angehörige des Widerstandes gegen das Naziregime, PazifistInnen und deportierte ZwangsarbeiterInnen durch die Wildnis der Ardennen in das bereits befreite Belgien. Zwei legendäre „Sentiers des passeurs“ starten am Bahnhof von Troisvierges im Norden des Großherzogtums. Die Nordvariante ist 13 Kilometer, die Südvariante ist 7 Kilometer lang. Hier wird die Geschichte der Generation deiner Groß- und Urgroßeltern, die du vielleicht nur aus Büchern kennst, für dich zu Herzklopfen und Gänsehautgefühl. Du spürst, wie gefährdet und wie mutig sie waren, manche von ihnen so jung wie du.

Was brauchst du auf dem Fluchthelferweg?

Feste Schuhe und robustes Outfit gehören dazu, wenn du dich auf den Spuren der Flüchtlinge durch die Natur der Ardennen bewegst. Denn es gibt zwar Passagen, auf denen du über asphaltierte Wege gehst, aber genauso verschlungene Waldpfade, die nach Regen matschig oder rutschig sind. Vor allem brauchst du offene Augen, Neugier und eine Portion Fantasie. Ideal ist es, wenn du auf deinem Smartphone dieses Video klickst: [Sentier des passeurs - YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=5sHHmm18-6g). Denn während du durch die heute friedliche Gegend gehst, erzählen dir vier waschechte Zeitzeugen, wie viel Adrenalin der Fluchthelferweg brachte. Du hörst es an ihren Stimmen und siehst es in ihren Gesichtern. Mit deinem Schulfranzösisch, mit Letzebuergisch oder mit Eifeler Platt verstehst du die Männer, die damals ihr Leben retten mussten.

Was erlebst du auf dem Fluchthelferweg?

Es ist eine Live-Geschichtslektion, die du sicher nie vergisst. Denn plötzlich bist du auf den Spuren von Menschen, die mitten in Westeuropa Angst um ihr Leben hatten und es retten wollten. Du spürst zugleich, wie mutig sie waren, manche von ihnen so jung wie du. Du springst über wilde Bäche inmitten einer Wiese, du schleichst durch schmale Unterführungen, du hast Herzklopfen beim Umrunden einer simplen Kuhweide. Werden dich die Tiere durch ihr Muhen verraten? Du kommst an schiefen, überwucherten Kreuzen vorbei und an geheimnisvollen Scheunen. Du weißt, dass jeder Schritt für die Flüchtenden tödlich sein konnte. Stell dir vor, du rutschst in den Bach, du machst irgendein lautes Geräusch, du wirst von einem Bauern gesehen, du verstauchst dir den Fuß im Gleisbett. So etwas konnte die klammheimliche Aktion verraten und nicht nur dich selbst, sondern auch alle anderen in Gefahr bringen, die mit dir in die Freiheit wollten. Die beiden „Sentiers des passeurs“ bei Troisvierges stellen deine Coolness auf die Probe – die Flüchtenden damals fürchteten die Passage, du wirst sie genießen und trotzdem hautnah erfahren, wie sich Lust auf Freiheit anfühlt.

Wo gibt’s die beste Fotosession?

Am Elwenter Dreckstipp rauschen die neuen Züge zwischen Luxemburg und Belgien an dir vorbei. Wenn du Glück hast, kriegst du die volle Breitseite Grenzerfahrung aufs Bild. Wo sich früher die Flüchtlinge auf den Boden warfen, um nicht von der Lok aus gesehen zu werden, hast du heute die perfekte Location für Trainspotting. Sanfte Hügel, sattes Grün, im Hintergrund die Hightech-Bahn und vorn du, auf den Spuren der Vergangenheit.

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